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Das Kirchenhasser-Brevier



Titel: Das Kirchenhasser-Brevier - Ein verlorener Sohn rechnet ab
Autor: Ulli Schauen

Seitenanzahl: 242
Erschienen: April 2010
Verlag: Heyne

Genre: Sachbuch
Themen: katholische und evangelische Kirche, Moral, Kritik

gelesen: Oktober 2016 als Rezensionsexemplar (eBook)






Klappentext

Gott, was machen Deine Diener?
Die Kirchen haben die Moral gepachtet – fühlen sich aber nicht daran gebunden. Die katholische Kirche verkündet den Vorrang des Lebens – und nimmt Aids-Tote in Kauf, wenn sie Kondome verbietet. Die evangelische Kirche predigt Erbarmen – und beteiligt sich an der Abschiebung von Ausländern. Vom Kindergarten über die Seelsorge bis zur Entwicklungshilfe – Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Ulli Schauen, Spross einer Pfarrersfamilie, deckt auf, was die Kirchen gern verbergen würden. Und sagt, warum sie so viel besser sein könnten.
Ein Bekenntnisbuch für Gläubige und Ungläubige.

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch rezensiere und ob ich es überhaupt rezensiere. Ich habe überlegt, ob ich mich trauen soll, diesen Beitrag zu veröffentlichen, ja, ich habe sogar etwas Angst davor. Wie werden die Reaktionen sein? Gibt es böse Kommentare, werde ich beleidigt werden? Dieses Buch ist das erste auf diesem Blog, das keine fiktive Handlung enthält, sondern eine ganz reale gesellschaftliche Debatte behandelt. Ich habe bisher keine guten Erfahrungen mit Kritik an der Kirche in meinem persönlichen Umfeld gehabt. Ja, Kritik oder Zweifel sind unerwünscht und werden bekämpft. Ich bin auf Wände voller Unverständnis, Weghören und Ignoranz geprallt. Ich habe Argumente hervor gebracht, aber es wird nicht hingehört oder wenn, dann wird aus dem neuen Wissen nichts gemacht. Ich habe eines aus meiner Vergangenheit gelernt: Mit den meisten gläubigen Menschen kann man nicht sachlich diskutieren. Sie sehen jede Kritik an der Kirche oder an dem Glauben als einen Angriff auf sich selbst. Ich wurde angegangen, von meiner eigenen Familie. Nur weil ich nicht alles akzeptieren kann. Weil ich eine selbstständige und unabhängige Frau bin, die ein einfaches "Das ist halt so." oder "Andere sind auch nicht besser." nicht einfach hinnehmen kann. Denn genau diese Aussagen sind keine Entschuldigung.

Aber ich habe den Mut gefunden, diese Rezension trotzdem zu veröffentlichen, weil es mir wichtig ist und weil es für jeden wichtig sein sollte. Ich selbst bin katholisch aufgewachsen, wurde getauft, bin zur Erstkommunion und zur Firmung gegangen. Ich war in einem katholischen Kindergarten, war Messdienerin und auf einer katholischen Privatschule und genau dieser Schule verdanke ich, wo ich jetzt stehe. Ich verdanke es meinem Religionslehrer in der Oberstufe, durch den ich erst gelernt habe, zu hinterfragen. Nicht einfach alles nachzuplappern und eigenständig zu denken, Fragen zu stellen und sich mit einfachen Antworten nicht abspeisen zu lassen.  Heute weiß ich, dass er wahrscheinlich dadurch seinen Job riskiert. Als Angestellter in einer kirchlichen Schule hätte er uns so etwas niemals beibringen dürfen, ja sogar nicht mal selbst denken dürfen, obwohl der Staat ihn bezahlt. Er hätte uns erzählen sollen, wie toll "Gott" doch ist. Kritik oder Zweifel? Selbstständig denkende Menschen? Nicht doch! So schrieb auch Papst Paul VI. 1968 zum 82. Deutschen Katholikentag in Essen eine Botschaft an die Gläubigen:

"Nicht wenige nehmen heute für sich die Freiheit in Anspruch, ihre rein persönlichen Ansichten mit jener Autorität kundzutun, die sie offensichtlich dem streitig machen, der von Gott dieses Charisma besitzt. Man möchte gern erlaubt wissen, daß jeder in der Kirche meinen und glauben kann, was ihm beliebt. Dabei bedenkt man aber nicht, daß nur der sich voll und ganz in den Dienst der Wahrheit stellt, der sich dem Lehramt der Kirche unterordnet." (Quelle: http://www.zeit.de/1968/37/die-linken-frommen-auf-dem-marsch/)

Einfach gesagt: Nur wenn du dich dem Papst und seinen Lehren vollständig unterordnest, bist du ein richtiger Katholik. Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kirche. Genau das hat mir das Brevier von Schauen wieder einmal bestätigt, mit eindrucksvollen und erschreckenden Beispielen von Theologen, die ihren Job und ihre Lehrerlaubnis verloren haben, weil sie es gewagt haben zu zweifeln und die kirchliche Lehre in Frage zu stellen.

Mein Relilehrer in der Oberstufe war der erste Lehrer, der eigene Meinungen nicht niedergemacht hat, solange man sie gut begründen konnte. Er war derjenige, der selbst auch Kritik am Christentum und besonders an der Kirche geäußert hat. Er war der erste, der mit verständlich gemacht hat, dass die Kirche nichts mit dem Glauben zu tun hat. Und dass man auch ohne die Kirche glauben kann. Zu Beginn der Oberstufe habe ich selbst schon nicht mehr geglaubt. Ich habe in der Oberstufe von der Erbsünde, der angeblichen Unfehlbarkeit des Papstes und noch viel mehr erfahren. Am Ende der Oberstufe wusste ich, warum ich nicht glauben sollte und warum ich die Kirche nicht unterstützen darf. Weil ich es nicht mit meinem Gewissen und meinem gesunden Menschenverstand, der nach Gerechtigkeit schreit, vereinbaren kann. Es hat etwas gedauert, aber nachdem ich von zuhause ausgezogen war, habe ich mir zum 20. Geburtstag den Kirchenaustritt selbst geschenkt. Es war ein befreiendes Gefühl, zum örtlichen Gericht zu gehen und ganz offiziell der Kirche den Rücken zu kehren, ein kleines Zeichen zu setzten, um zu sagen: Da mache ich nicht mehr mit. Ich unterstütze diese Kirche nicht mehr.

Ein Brevier oder Brevarium ist ein kurz gefasstes, eigenständiges Werk. Dabei ist der Titel Das Kirchenhasser-Brevier vom Autor Ulli Schauen absichtlich provokativ gewählt, denn aus Reihen der Kirche wird ihn sowieso keiner ernst nehmen. Es handelt sich bei diesem Buch nicht direkt um eine Kritik am Christentum, obwohl es dort auch viel zu kritisieren gibt, sondern um eine bewusst einseitig geschriebene Kritik an der Institution Kirche - sowohl an der evangelischen als auch der katholischen. Für jeden, den schon länger eine Aufzählung interessiert, was in Deutschland mit den beiden großen Kirchen falsch läuft, ist dieses Buch perfekt.

Anders als der Titel vermuten lässt, schreibt Schauen sehr sachlich, mit Quellen belegt und frei von jeglichem Hass. Mehr ist auch gar nicht nötig, denn der Inhalt und die anschaulichen Vergleiche und Gedankenspiele sprechen für sich. Kurz gesagt: Die Taten und Ansichten der Kirchen sprechen für sich. Es handelt sich um eine Mischung aus Recherchearbeit, Einzelschicksalen und eigenen Erfahrungen, bei denen man am Ende einfach nicht mehr weg schauen kann.

Das Thema, das sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist die fehlende konsequente Trennung von Kirche und Staat.

Das besondere an den Kirchen ist, dass sie sich als soziale Wohltäter verkaufen, während den Großteil davon der Staat (und nicht nur die Kirchenmitglieder!) zahlt. Dass sie "kirchliche" Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime kontrollieren, aber nur einen Bruchteil davon bezahlen - fast alles davon zahlt nämlich der Staat. Dass sie über zwei Millionen Arbeitnehmer in Deutschland nach ihrem eigenen kirchlichen Arbeitsrecht beschäftigen, aber diese meist auch vom Staat bezahlt werden. Und unter diesem Arbeitsrecht möchte ich nicht arbeiten. Es hat den Arbeitgeber nichts anzugehen, was ich denke oder glaube. Oder ob ich nochmal heirate oder nicht. Oder ob ich aus der Kirche austrete oder nicht. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass das nichts mit meiner Arbeit als Arzt, Erzieherin, Elektriker oder einem anderen Job zu tun hat. Manche haben aber keine Wahl. Die Kirche dominiert immer mehr als Arbeitgeber und reißt sich immer mehr Einrichtungen unter den Nagel, in denen sie dann ihre Gesetzgebung diktiert. Und der Staat unterstützt das noch.

"Das gefährdet die Religionsfreiheit, denn zu dieser gehört auch das Recht, keiner Kirche anzugehören oder aber eine nichtchristliche Religion zu haben -  und trotzdem mit den gleichen Berufschancen als Krankenschwester, Sozialarbeiter oder Erzieher zu arbeiten." (Das Kirchenhasser-Brevier)

Ich wusste zwar davon und es hat mich schon vorher aufgeregt, aber die Tragweite und das Ausmaß waren mir vorher nicht bewusst. Außerdem gibt es Verträge der Kirchen mit dem Staat Deutschland, die ihnen allerlei Rechte einräumen (ohne überhaupt eine Gegenleistung zu erbringen). Kirchen haben eine eigene Gesetzgebung, eigene kirchliche Gerichte, müssen keine Erbschaftsteuer zahlen, bekommen vom Staat jede Menge Geld und dürfen jede Menge kontrollieren. Und diese Verträge können nicht gekündigt werden. Man stelle sich vor, Deutschland würde solche Verträge mit dem Islam abschließen. Der Aufschrei wäre groß. Genau dieses Gedankenspiel hat Schauen gemacht.

Von Schauen hätte ich mir etwas mehr von der Rolle der Frau und den Vergewaltigungsskandalen in den Kirchen erhofft. Letzteres wurde fast überhaupt nicht behandelt und zu den Frauen lieferte Schauen doch einige interessante Aspekte. Warum das Christentum zum Beispiel nicht besser ist als der Islam und Christen absolut nicht das Recht haben, mit drohendem Finger auf andere zu zeigen und sich zu beschweren.

Auch toll war das Kapitel über "christliche Werte" oder dem "christlichen Menschenbild". Oft wird nach den christlichen Werten des Abendlandes geschrien, dabei weiß niemand überhaupt, was damit gemeint ist. Oder verwechselt sie einfach mit europäischen Werten oder den Werten, die im deutschen Grundgesetz verankert sind. Das sind Werte, die von den Kirchen jahrhundertelang bekämpft wurden. Wenn also jemand sich für diese Werte rühmen möchte, dürfen es nicht die Kirchen sein.
Dass die Kirche sich als moralisch höher gestellt gibt, aber selbst nicht besser ist, das sorgt für Aufregung in diesem Buch.

Ein weiteres spannendes Kapitel handelte von dem Elend der Theologie und von dem Verbot, konsequent zu Ende zu denken. Am Rande sei bemerkt, dass die Kirche viele Professuren (und das nicht nur in der Theologie) bestimmt, also ein wichtiger Teil der Forschung in kirchlicher Hand ist. Es besteht ein "krasser Gegensatz zwischen wissenschaftlicher Lehre und Predigt". Und weiter:

"Dieselben Theologie-Professoren, die im Uni-Seminar lehrten, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei, predigten den Gläubigen beim Universitätsgottesdienst das Gegenteil. Im Gottesdienst brachten die Theologen ihrer Gemeinde Abraham und Moses als reale Charaktere nahe, in den Vorlesungen hingegen referierten sie, dass Abraham gar nicht existiert habe und von Moses wenig mehr als sein ägyptischer Name bekannt sei. Für alle, die Theologie studieren, sind solche Aussagen ein alter Hut [...]."

Das hat gesessen. Und er hat Recht. Wenn man selbst nur ein bisschen sucht, findet man die ganzen Belege dafür. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ein weiteres Zitat muss ich euch noch nennen:

"So gut wie alles, was die Gemeinde, ob katholisch oder evangelisch, jeden Sonntag in Messe und Gottesdienst als Glaubensbekenntnis spricht - Jungfrauengeburt, Auferstehung, Gottessohnschaft, Dreifaltigkeit - ist mit den Erkenntnissen der historisch-kritischen Forschung nicht vereinbar."

Ich wurde indoktriniert. Alle Kinder, die religiös erzogen werden, werden indoktriniert. Religionsunterricht indoktriniert. Normalerweise lernt man in der Schule, Tatsachen. Mathe, Deutsch, Erdkunde, Physik, ... alles Dinge, die auf Tatsachen beruhen. Bis auf Religion. Im katholischen oder evangelischen Religionsunterricht lernt man, wenn man nicht gerade wie ich das Glück hatte, in der Oberstufe einen guten Lehrer zu bekommen, Christen = gut. Alle anderen = schlecht. Man lernt, als ob die Bibel ein Geschichtsbuch wäre, als ob sie auf realen Tatsachen beruhen würde. Man lernt, dass es Gott gibt und nicht dass manche Leute glauben, dass es einen Gott gibt. Gott wird als real dargestellt und nicht als eine unsichtbare Phantasiefigur. Warum glauben wir? Weil uns unsere Eltern, die Menschen in unserer Umgebung erzählen, dass es so ist. Nicht weil wir von alleine darauf gekommen sind.

Was bleibt am Ende von der Kirche übrig? Was unterscheidet die Kirche noch von einer Sekte? Also wenn ich Sekte google, dann sagt mir Google, dass eine Sekte "eine Glaubensgemeinschaft [ist], die im Gegensatz zu den großen Religionsgemeinschaften relativ wenig Mitglieder hat." Weiter später stößt man darauf, dass eine Sekte eine Gemeinschaft ist, deren Ansichten abwegig sind und deren ethnischen Grundwerte der Gesellschaft widersprechen. Die Kirche verstößt gegen die Grundrechte, ist gegen die Meinungsfreiheit, gegen körperliche Unversehrtheit, gegen das Gleichbehandlungsgesetz und noch viel mehr. Die Kirche ist eine große Sekte.

Was macht man nun mit dem Wissen? Wegsehen und so tun, als ob nichts gewesen wäre? Als ob man nichts Neues erfahren hat? Weiter schön brav Kirchensteuer zahlen und in seiner eigenen, kleinen Fantasiewelt leben, in der alle schön in Ordnung ist? In der die Kirche "sozial" ist?  Oder austreten, ein kleines, aber dennoch starkes Zeichen setzen. Ich habe es gemacht.

Wer immer noch nicht überzeugt ist, sollte dieses Buch lesen.


Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Secret Fire - Die Entflammten von C.J. Daugherty



Titel: Secret Fire - Die Entflammten
Originaltitel: The Secret Fire
Autor: C.J. Daugherty (Christi Daugherty) und Carina Rozenfeld

Reihe: Band 1 der Dilogie
Seitenanzahl: 442
Erschienen: Juli 2016
Verlag: Oetinger

Genre: Fantasy, Jugendbuch
Themen: Hexen, magische Kräfte

gelesen: Oktober 2016 


Klappentext

Wird die Liebe das Schicksal besiegen? Der 17-jährige Sacha setzt sein Leben mit spektakulären Aktionen aufs Spiel – weiß er doch, dass er nicht sterben kann (jedenfalls nicht vor seinem 18. Geburtstag). Grund ist ein uralter Fluch, der seit Generationen auf seiner Familie lastet. Ein Fluch, von dem ihn nur die 17-jährige Taylor erlösen kann. Doch der Preis dafür ist hoch. Ist sie bereit, sich und ihre Zukunft für Sacha zu opfern? Charmant, actionreich und romantisch: Secret Fire ist der Auftakt eines neuen Zweiteilers von Night-School-Bestseller-Autorin C. J. Daugherty.


Zitat

S. 158


Meine Meinung

Dieses Mal schreibe eine etwas unstrukturierte Rezension - einfach weil ich Lust darauf habe!

Meine Meinung
Ich muss zugeben, dass das Buch schon etwas länger in meinem Bücherregal gewartet hat, weil ich es noch eingeschweißt hatte und es nicht direkt lesen konnte, als ich es gewonnen hatte. So hat es neben vielen anderen Büchern erstmal ein ganz angenehmes, aber einsames Leben geführt. Schuld daran war wirklich der Klappentext hinten auf dem Buch (siehe Bild oben), der absolut nicht dem auf der Website entspricht. Da das Buch auch noch eingeschweißt war (ich öffne sie meistens so spät wie möglich), habe ich natürlich auch nicht den etwas längeren Klappentest auf der Innenseite des Umschlags gelesen. Der hinten auf dem Buch ist nämlich nicht ganz so vielversprechend und deutet Sachas Schicksal - nämlich den Fluch, nur am Rande an. Aber genau das ist eigentlich das Hauptthema dieses Buches. Und hinten klingt es eben hauptsächlich nach einer Liebesgeschichte à la Bad Boy - Good Girl und darauf hatte ich keine Lust. Warum ich es dann doch gelesen habe? Langeweile während einer Erkältung (und einem Tag im Bett) und das schöne Cover, das mich spontan in meinem Bücherregal angelächelt hat. Was mich auf etwas bringt, das ich euch zeigen möchte. Seht ihr das kleine Bild rechts? Das war das ursprüngliche Cover, das für dieses Buch geplant war und noch so in der Verlagsvorschau von Oetinger zu finden war. Absolut nicht mein Fall. Ich geb's nicht gern zu, aber ich lasse mich immer extrem vom Cover beeinflussen. Das war bei der Night-School-Reihe von C.J. Daugherty übrigens auch das Problem. Den ersten Band hatte nämlich meine kleine Schwester zum Geburtstag geschenkt bekommen und es sah total nach einem Kinderbuch aus, aber das dann so eine Geschichte darin steckt, hätte ich von Außen nie vermutet! Aber genug geredet: Kommen wir zu Secret Fire.

Ich war zu Beginn gespannt darauf, wie Daugherty das neue Genre Fantasy meistert, da Night School keine fantastischen Elemente enthalten hat - und ich war positiv überrascht! Ich bin eigentlich mit keinen Erwartungen an das Buch heran gegangen und habe eine Geschichte mit der perfekten Mischung aus Spannung, Fantasy, jugendlicher Turtelei und Geheimnissen bekommen. Manche mögen sagen, dass ihnen die Spannung gefehlt hat, aber dem kann ich nicht zustimmen. Jedes Kapitel hatte seine Berechtigung und war für Entwicklung der Geschichte unheimlich wichtig. Wie sonst sollte man eine so tolle Grundidee nach und nach an die Leser bringen, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und alles zu verraten? Deshalb erfahrt ihr übrigens von mir auch nicht, was es genau mit dem Fluch auf sich hat - außer eben das, was im Klappentext steht.

Besonders an Secret Fire sind verschiedenen und wunderschönen Handlungsorte. Der siebzehnjährige Sacha, der übrigens wenn es nach dem Fluch geht, nur noch sieben Wochen zu leben hat, wohnt in Paris in einer kleinen Wohnung mit seiner Mutter und seinen kleinen Schwester. Dahingegen ist Taylor in England zuhause. Sie möchte unbedingt in Oxford studieren, denn dort ist ihr Großvater Professor. Das schöne ist, dass es einmal querbeet geht, was die Handlungsorte anbelangt. Vom strahlenden Sonnenschein auf grünen Wiesen an idyllischen Flüssen zu düsteren Ecken mit fiesen Schurken, mit denen man eigentlich überhaupt nicht allein sein möchte. Diese Vielfältigkeit konnte mich begeistern - denn genau dadurch wurde es nie langweilig.

Auch die Handlung blieb interessant - mal war es spannend, dann wieder aus dem Alltag eines Teenagers und mal hat man mehr über den geheimnisvollen Fluch erfahren, in den sowohl Sachas als auch Taylors Familie verwickelt sind und dessen Ursprünge mehrere Jahrhunderte zurück liegen. Es war also sehr abwechslungsreich.

Positiv ist mir auch aufgefallen, dass sich das Buch sehr gut kapitelweise lesen ließ, denn ein Kapitel war immer inhaltlich in sich abgeschlossen, sodass man das Buch (auch wenn es schwer fiel) nach einer langen Lesenacht guten Gewissens weg legen konnte (nur um natürlich am nächsten Tag gleich weiter zu lesen!).
Bewertung
Abwechslungsreich, spannende Idee, tolle Umsetzung - ihr müsst es einfach lesen! Wer Night School geliebt hat, wird auch Secret Fire auf jeden Fall lieben.
Meine Bewertung:
5/5 ♥♥♥♥♥

Die Reihe



Der zweite Band der Dilogie "The Secret City" (Secret Fire - Die Entfesselten) ist bereits in Originalsprache erschienen, einen Erscheinungstermin in Deutschland steht aber noch nicht ganz fest.
Im Vergleich zum Original ist das deutsche Cover meiner Meinung nach besser gelungen.



Wie hat euch das neue Buch von C.J. Daugherty gefallen?

Das Juwel - Die weiße Rose (Band 2) von Amy Ewing



Titel: Das Juwel - Die Gabe
Originaltitel: The Lone City - The White Rose
Autor: Amy Ewing

Reihe: Band 2 der Trilogie
Seitenanzahl: 400
Erschienen: 25.08.2016
Übersetzung: Andrea Fischer
Verlag: FJB

Genre: Dystopie, Jugendbuch
Themen: Unterdrückung, magische Kräfte

gelesen: September 2016 


Klappentext

Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?


Meine Meinung

Kurzmeinung
Sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung der Juwel-Reihe gewartet. Vor mehr als einem Jahr habe ich den ersten Band am Flughafen in Mallorca als unser Flug über acht Stunden verspätet war spontan zu lesen begonnen (ich hatte ja nichts besseres zu tun...). Er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn förmlich verschlungen habe. Bevor ich den zweiten Band jetzt gelesen habe, habe ich den ersten Band nochmal gelesen und er war genauso gut wie ich ihn in Erinnerung hatte.
Der Folgeband knüpft direkt an die Geschichte des ersten Bandes an. Es geht genauso spannend weiter wie bisher, nur lernt man die dunkle Seite des Juwels viel besser kennen. Überraschen konnte mich Amy Ewing mit den harten ... Verschwinden mancher lieb gewonnen Figuren. Es finden einige Schauplatzwechsel statt und die ganze Atmosphäre ändert sich. In diesen Punkten hat mir der erste Band etwas besser gefallen. Trotzdem konnte mich das Neue überzeugen, auch weil man mehr über die Geschichte der einzigen Insel erfährt. Bei einzelnen Fantasy-Elementen bin ich mir noch nicht sicher, ob sie mir gefallen oder nicht und ob alles von der Autorin so von Anfang an geplant war oder sich eher ergeben hat, weil der erste Band so gut ankam und man eine Trilogie daraus machen wollte. Wie auch immer, ich werde auf jeden Fall auch den nächsten Band lesen.
Bewertung
Tolles und spannendes Buch, das man unbedingt lesen sollte, wenn man den ersten Band geliebt hat, aber leider reicht der zweite Band nicht ganz an den Auftakt heran.
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥♥

Die Reihe

Der dritte Band der Trilogie "The Lone City – The Black Key" erscheint in Originalsprache am 04.10.2016.



Wie hat euch der zweite Band gefallen?

Outlander - Ferne Ufer (#3) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Ferne Ufer
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 3 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1232
Erschienen: 09.09.2016 (ursprünglich 1993)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: September/Oktober 2016 als Rezensionsexemplar


Achtung: Band 3 einer Reihe!


Auch der dritte Band ist nun in der Übersetzung von Barbara Schnell erschienen, ebenfalls ungekürzt. Die alte Übersetzung, die es nie geschafft hat, mich an die Geschichte von Claire und Jamie zu fesseln, war um 25% gekürzt, sehr zum Missfallen von Diana Gabaldon (siehe hier). Also habe ich geduldig auf die Neuerscheinung aus dem Knaur-Verlag gewartet und das Warten hat sich definitiv gelohnt!


Klappentext

20 Jahre lang hielt Claire ihre große Liebe Jamie Fraser für tot. Nun findet sie heraus, dass er die Schlacht von Culloden wider Erwarten überlebt hat. Unterstützt von ihrer [... ich finde der Klappentext spoilert viel zu sehr!] 




Zitat

S. 1182




Meine Meinung

Idee
Der dritte Band der Outlander-Saga unterscheidet sich deutlich von den beiden vorhergehenden. Wir wissen, dass Claire und Jamie voneinander durch die Schlacht von Culloden getrennt wurden - nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich, aber seitdem sind 20 Jahre vergangen. Nun erfährt man Stück für Stück was in diesen 20 Jahren passiert sind, welches Leben Claire in Boston geführt hat und wie es ihr, Brianna und Frank ergangen ist. Da sie aber jetzt wieder zurück in Schottland ist und Frank nicht mehr lebt, macht sie sich in den Überlieferungen der Vergangenheit auf die Suche nach Jamies Schicksal - basierend auf der Hoffnung, dass er Culloden überlebt hat, was wir als Überraschung am Ende des zweiten Bandes erfahren haben.
Gleichzeitig erfährt man das aus Jamies Sicht, was sehr erfrischend und wirklich spannend war. Durch ihn tritt auch eine neue wichtige Person in die Handlung, die uns lange begleiten wird und aus dessen Perspektive auch ein Teil der Handlung erzählt wird - Lord John Grey. Über ihn gibt es übrigens auch mehrere separate Romane von Diana Gabaldon.
Charaktere
Aber was wäre Outlander ohne seine restlichen Charaktere? Roger Wakefield ist wieder mit von der Patie - wäre er es nicht, hätte ich den sympathischen Sohn des verstorbenen Referend Wakefields vermisst. Auch Brianna ist natürlich wieder mit dabei, genauso wie Fergus, Jenny, Ian und einige alt bekannte Personen, mit denen es ein überraschendes Wiedersehen gibt, was mich sehr gefreut hat.
Umsetzung
"Man trifft sich immer zweimal im Leben" könnte man als das Motto dieses Buches bezeichnen. Wie der Titel Ferne Ufer vermuten lässt, verlässt die Autorin mit ihrer Geschichte Schottland und begibt sich in ganz neue Länder, was eine angenehme Abwechslung im Vergleich zu den ersten beiden Bänden ist und auf jeden Fall dafür sorgt, dass es interessant bleibt und dass man gerne weiter liest. Dafür sorgt aber auch die tolle Handlung, die sich wieder stark von denen der letzten Büchern unterscheidet. Sie ist nicht so politiklastig wie das Geschehen im zweiten Band und ist mit wirklich vielen überraschenden Wendungen und Gegebenheiten gespickt. Es hat mir besonders gut gefallen, wie die Handlungsstränge des gesamten Buches miteinander verwoben waren und man hat hier deutlich gemerkt, dass sich der Schreibstil der Autorin nochmals verbessert hat. Da denke ich zum Beispiel an die Szene mit dem Schädel, die man zuerst einfach für etwas Unbedeutendes hält, aber später noch einen Sinn bekommt. Das Lesen hat einfach nur Spaß gemacht und ich hatte wirklich nie das Gefühl, dass es sich zieht. Etwas gefehlt hat mir der Cliffhanger am Ende, den ich im letzten Band so toll fand.
Bewertung
Der dritte Band ist nochmal deutlich besser als der zweite Band, was mich wirklich überrascht hat, da dieser schon wirklich gut war. Wer die Outlander-Saga bis jetzt geliebt hat, wird auch den dritten Band auf jeden Fall lieben! Schade, dass wir auf die Neuauflage des vierten Bandes noch ein Jahr warten müssen, ich würde am liebsten direkt weiter lesen!
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Dem Bones

Das Lied, das Claire ein paar Mal während des Buches vor sich hin murmelt, heißt "Dem Bones". Kurz gesagt geht es in dem Lied um den Aufbau der Knochen, also welche Knochen mit welchen verbunden sind.


Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017), türkiser Einband
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 3. Staffel

Die Serie zum dritten Buch ist mittlerweile in Produktion und ich bin wirklich glücklich darüber, dass sie fortgesetzt wird - denn es wird auch eine 4. Staffel geben. Wer ein bisschen googelt, kann schon die Besetzung der neuen Charaktere sehen.


Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Godspeed von Beth Revis || Band 2 & 3

Hier geht es zu meiner Rezension zum ersten Band. Hier gibt es eine tolle Animation der Godspeed.

 

Godspeed - Die Suche (Band 2) von Beth Revis 
Vor genau einem Jahr habe ich im Urlaub den ersten Band der Trilogie gelesen. Mir hatte er zwar gefallen, aber wirklich umhauen konnte er mich nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Reihe noch zu Ende lesen sollte, aber da ich momentan frei habe, habe ich ihr noch eine Chance gegeben - zum Glück! Obwohl der Anfang etwas schleppend war, wurde es mit der Zeit immer rasanter und rasanter. Ich habe die Nächte durchgelesen. Ein absolut spannender Mittelteil!


Meine Bewertung: 4/5 ♥♥♥
gelesen: August 2016





Godspeed - Die Ankunft (Band 3) von Beth Revis 
Das Finale von Godspeed hat einiges geleistet - von neuen Welten - eine riesige Abwechslung im Vergleich zu den ersten beiden Bänden - bis zu spannenden Handlungsverläufen hin zu völlig unerwarteten Wendungen. Ich habe mitgefühlt, mitgehofft, mitgelitten und mich mitgefreut. Auch hier konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es dementsprechend innerhalb kürzester Zeit verschlungen! Jetzt bedauere ich es sogar, dass meine Reise mit Amy und Junior vorbei ist. Lest es!


Meine Bewertung: 5/5 ♥♥♥♥♥
gelesen: August 2016




Mind Games von Teri Terry




Titel: Mind Games
Autor: Teri Terry

Seitenanzahl: 464
Erschienen: 26.02.2015
Übersetzung: Petra Knese
Verlag: Coppenrath

Genre: Science-Fiction, Jugendbuch
Themen: virtuelle Welt

gelesen: August 2016 



Klappentext

Die Welt, in der du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn jemand mit deinen Gedanken spielt? In Lunas Leben ist jeder online: virtueller Unterricht, Dates und Sport als Avatar, sogar das Parlament tagt digital. Nur Luna bleibt offline. Sie ist eine Verweigerin, seit ihre Mutter vor Jahren in einem Online-Spiel starb. Umso überraschter ist Luna, als sie von der mächtigen Firma PareCo zu einem Einstufungstest eingeladen wird – und einen der begehrten Programmierer-Jobs erhält. Warum hat die Firma so ein großes Interesse an ihr? Als Luna den begabten Hacker Gecko kennenlernt, beginnt sie die von PareCo erschaffene Welt immer mehr zu hinterfragen. Doch dann ist Gecko auf einmal verschwunden, und Luna kann sich nicht mehr an ihn erinnern...

Zitat 

Kapitel 20

Das Zitat hat zwar nicht wirklich etwas mit der eigentlichen Geschichte zu tun, ist aber der einzige markante Satz, den ich mir während dem Lesen markiert habe.

Meine Meinung

Kurzmeinung
Mind Games stand schon lange auf meiner Wunschliste. Vielleicht habt ihr schon von James Dashner Der Game Master gelesen. Ich habe es getan - Band 1 und 2 und vor allem Band 2 hat mich fürchterlich enttäuscht. Der Game Master spielt ebenfalls zum Teil in einer virtuellen Welt, die nach und nach mit der Realität verschmilzt, ja sie sogar verdrängt. Teri Terry hat das geschafft, was James Dashner nicht konnte. Mind Games ist ein starker Roman, der voller Spannung und interessanten Wendungen, der es geschafft hat, virtuelle Welten verständlich und mit einer linearen Story zu verpacken, ohne sich in totalem Chaos zu verlieren. Außerdem war es toll, zur Abwechslung mal wieder ein Buch zu lesen, das nicht zu einer Reihe gehört und dessen Geschichte auch wirklich abgeschlossen ist. Sehr toll gemacht! Die Gestaltung des Covers gefällt mir  auch sehr gut.
Bewertung
Ein Buch sehr gutes Buch, das auch für Technikfremde leicht verständlich ist.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
4.5/5 ♥♥♥

Infernale von Sophie Jordan




Titel: Infernale
Autor: Sophie Jordan

Reihe: Band 1 der Dilogie
Seitenanzahl: 384
Erschienen: 15.02.2016
Übersetzung: Ulrike Brauns
Verlag: Loewe

Genre: Dystopie, Jugendbuch
Themen: DNA, Mördergen

gelesen: August 2016 


Seit langer Zeit lese ich wieder ein Buch, das kein Rezensionsexemplar ist. Seit ich von der Geschichte von Infernale gelesen erfahren habe, ist das Buch mein absolutes Wunschbuch gewesen. Dazu sind die durchweg positiven Rezensionen auf anderen Blogs gekommen, weshalb ich es auch unbedingt lesen musste.

Klappentext

Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.
Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

Zitat 

Kapitel 18

Meine Meinung

Kurzmeinung
Davy Hamilton ist 17 Jahre alt als ihre Welt zerbricht. Sie wurde positiv auf das Homicidal Tendency Syncrome (HTS) getestet, was bedeutet, dass die Gesellschaft sie als Gefahr sieht, denn HTS wird auch das Mördergen genannt. Davys Geschichte hat mich tief beeindruckt. Infernale ist ein Buch, das jeder gelesen haben sollte. Ich war berührt, musste an einigen Stellen tief einatmen und konnte kaum mit dem Lesen aufhören bis das Buch zu Ende war. Das, was Davy passiert, erinnert mich immer wieder an die Nazi-Zeit, an die Ausgrenzung von dunkelhäutigen Menschen und an das, was aktuell passiert. Hier in Europa und besonders in den USA. Das Buch hat Vergangenes in einem neuen Gewand als Warnung an die Zukunft verpackt, als Warnung an uns alle. Als Warnung davor, was passiert, wenn man Menschen einteilt, kategorisiert, als Gruppe betrachtet und ausgrenzt. Zu Menschen zweiter Klasse macht, zu Menschen ohne Rechte. Und wie die Gesellschaft das System stützt, ja wie die Gesellschaft Menschen letztendlich zu den Gefahren macht, für die man sie hält.
Gestaltung
Das Cover ist wirklich gut gelungen. Auch das Cover vom zweiten Band beeindruckt mich. Beides Bücher, die man auf jeden Fall im Regal haben möchte. ABER: Lesen sich die Macher das Buch denn gar nicht durch? Auf dem Cover soll man die Markierung mit dem "H" für die HTSler sehen, allerdings stimmt diese überhaupt nicht mit der Beschreibung aus dem Buch überein. Dort wird sie als ein dicker, schwarzer Streifen, der sich um den gesamten Hals zieht und einem eingekreisten H beschrieben und nicht so dezent wie auf dem Cover. Mich enttäuscht immer wieder die Inkonsistenz von Covern und Geschichte, dabei hätte man solche Fehler doch so einfach verhindern können.
Bewertung
Ein Buch, das man gelesen und verstanden haben muss. Mehr kann man einfach nicht sagen. Ich warte sehnsüchtig auf den zweiten Band.
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Die Reihe

Der zweite Band "Infernale – Rhapsodie in Schwarz" erscheint am 13.02.2017.

Die 100 - Heimkehr (Band 3) | Kass Morgan




Titel: Die 100 - Heimkehr
Autor: Kass Morgan

Reihe: Band 3 der Trilogie
Seitenanzahl: 320
Erschienen: 09.05.2016
Verlag: Heyne fliegt

Genre: Dystopie, Science-Fiction, Jugendbuch
Themen: Postapokalypse, Überlebenskampf

gelesen: August 2016 als Rezensionsexemplar



Ich bin nach den letzten stressigen Wochen endlich wieder zum Lesen gekommen. Meine Klausuren sind zwar noch nicht vollständig um, aber das hält mich nicht von neuen spannenden Geschichten ab.

Klappentext

Der Kampf um die Freiheit
100 Jugendliche wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde neu zu besiedeln. Womit sie nicht gerechnet hatten: Auf dem blauen Planeten gibt es immer noch Menschen - Menschen, die die Neuankömmlinge um jeden Preis vertreiben wollen. Nun spitzt sich die Situation noch einmal dramatisch zu: Auf der Raumstation geht die Luft aus, und eine kampfbereite Truppe rund um den zwielichtigen Vizekanzler Rhodes landet auf der Erde. Die 100 geraten endgültig zwischen alle Fronten, von überall droht Gefahr. Und nur gemeinsam werden die Jugendlichen die Freiheit, die sie auf der Erde gefunden haben, verteidigen können.


Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, gibt es eine Serie zu der Idee des Buches, deren Handlung aber völlig unabhängig von der des Buches ist.

Meine Meinung

Einführung
Mittlerweile dürften viele die Reihe kennen, besonders da es ja auch eine Fernsehserie dazu gibt. Leider gab es aber keine richtige Einführung mehr. Ich hatte den zweiten Band der Reihe im November letzten Jahres gelesen, also vor über einem halben Jahr. Natürlich wusste ich nicht mehr genau, welche Charaktere es gab, was alles vorgefallen ist und wie die Hintergründe von jedem sind. Deshalb war es schade, gleich in das Geschehen geworfen zu werden ohne überhaupt einen Einstieg zu bekommen. Deshalb hat es auch ordentlich lange gedauert, bis ich wieder in die Geschichte rein gefunden habe.
Umsetzung
Der dritte Band ist genauso spannend geschrieben wie die ersten beiden Bände. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die wieder aus Sicht der unterschiedlichen Charaktere erlebt werden. Nachdem man nun die gesamte Geschichte kennt, muss ich sagen, dass mich das Ende nicht vollständig zufrieden stellen kann. Es handelt sich zwar nicht wirklich um ein offenes Ende, aber viele Fragen bleiben offen. Ich hätte mir so viel mehr Antworten gewünscht. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt, da die Idee viel mehr hergibt. Auch hatte ich das Gefühl, dass kein eindeutiger Abschluss gefunden wurde. Was ist mit Clarkes Eltern passiert? Wie haben sie die ganze Zeit über gelebt? Wie entwickelt sich der Konflikt mit der gewalttätigen Splittergruppe der Erdmenschen? Wie werden die Kolonisten auf der Erde weiterhin leben? Was ist von vor der Apokalypse übrig geblieben? Wie weit ist der (erneute) Stand der Technik?
Trotzdem kann ich eins sagen: Kass Morgan hat es geschafft, mich zu berühren, was zwar nicht an der Idee, sondern an dem (teilweise traurigen und deshalb bewegenden) Verlauf der Handlung liegt. Das schaffen nicht viele Autoren!
Bewertung
Es war zwar spannend, aber durch die fehlende Einführung ist mir der Einstieg nicht einfach gefallen. Trotzdem lohnt sich die Trilogie auf jeden Fall, deshalb eine Leseempfehlung von mir!
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥

Die Reihe



Auf der Buchmesse Frankfurt letztes Jahr:



Vielen Dank an den Heyne fliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Better Life - Ausgelöscht von Lillith Korn




Titel: Better Life - Ausgelöscht
Autor: Lillith Korn

Reihe: Band 1 der Dilogie
Seitenanzahl: 223
Erschienen: 11.07.2015
Verlag: Drachenmond Verlag

Genre: Jugendbuch, Technik-Thriller
Themen: Zukunft, Kontrolle, Berlin

gelesen: Juli 2016 als Rezensionsexemplar



Klappentext

Zoe entwickelt ein Programm, mit dessen Hilfe Erinnerungen gelöscht und ganze Persönlichkeiten neu programmiert werden können. Es soll dazu dienen, traumatisierten Menschen das Leben zu erleichtern. Doch ›Better Life‹ nutzt Zoes neues Programm für eigene Zwecke. Erst als sie Paul begegnet, wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar. Doch da ist es schon zu spät… Gibt es noch eine Möglichkeit diesen Alptraum zu stoppen?

Meine Meinung

Idee
Better Life ist eine Reihe die in etwa in das Themengebiet von Coherent von Laura Newman fällt, das ich euch vor Kurzem vorgestellt habe. In beiden geht es um bahnbrechende Technologien, die in ganz besonderer Weise mit dem menschlichen Gehirn zu tun haben. Erinnerungen können gelöscht werden, ohne die Gehirnstrukturn nachhaltig zu schädigen. Dem ganzen Menschen kann eine neue Persönlichkeit verliehen werden. Dabei spielt Better Life in Berlin im Jahre 2074.
Charaktere
Zoe ist Wissenschaftlerin und hat diese Technologie entwickelt. Sie wollte sie für wohltätige Zwecke benutzen, zum Beispiel um traumatisierten Soldaten zu helfen. Doch dann hat der Konzern Better Life ihr die Technik "entrissen", um sie für seine Zwecke zu missbrauchen. Jetzt will Zoe sie aufhalten.
Umsetzung
Richtig toll waren die Gedanken, die Lillith Korn sich über die Zukunft gemacht hat. Wie läuft die Fortbewegung ab? Sind Ressourcen knapp geworden? Wie sieht der Alltag der Zukunft aus? Das hat das Buch für mich ganz besonders interessant gemacht. Die Handlung an sich war spannend und ließ sich wunderbar flüssig lesen. Aber eine Sache hat mich wirklich riesig gestört: Es handelt sich eigentlich um keine Dilogie, sondern um ein großes Buch, das einfach mitten in der Handlung (wirklich mittendrin!) aufgeteilt wurde. Es gibt keinen logischen Cut, kein abschließendes Kapitel, sondern einfach einen Schnitt mitten in der Handlung. Da das Buch außerdem so dünn ist, kann ich nicht verstehen, warum man die Geschichte in zwei Teilen veröffentlich hat. Warum als?
Bewertung
Sehr gute Geschichte, die man aber auf jeden Fall direkt mit dem zweiten Band lesen sollte (vielleicht wird ja noch ein Buch heraus gebracht, indem beide Bände zusammen sind?).
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥

Die Reihe

Der zweite Band ist bereits erschienen.


Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar!

Coherent von Laura Newman




Titel: Coherent
Autor: Laura Newman

Seitenanzahl: 439
Erschienen: 16.06.2015
Verlag: Drachenmond Verlag

Genre: Jugendbuch, Technik-Thriller
Themen: Kommunikation, Frankreich

gelesen: Juli 2016 als Rezensionsexemplar





Klappentext

Ob Smartphone, Tablet oder Computer – über das Internet leben, lieben und kommunizieren wir. Was aber, wenn wir keine Geräte mehr bräuchten, um online zu sein? Was würdest du tun? Genau diese Erfahrung macht die 17-jährige Sophie und gerät schnell in einen rasanten Strudel aus Angst und Faszination. Gejagt von einer geheimnisvollen Organisation begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht quer über den Globus. Zusammen mit dem smarten Franzosen Jean setzt Sophie alles daran, dem Ursprung ihrer Fähigkeiten und dem Rätsel um ihre Vergangenheit auf die Spur zu kommen.


Meine Meinung

Idee
Ich wollte Coherent schon eine ganze Weile lesen, weil mich das Thema wirklich interessiert. Das Besondere ist, dass es kein Roman ist, der in der Zukunft spielt, aber trotzdem Science-Fiction ist. Dank einer neuen Technologie kann Sophie auf einmal mit internetfähigen Geräten...kommunizieren. Sie muss mit ihren neuen Fähigkeiten erstmal klar kommen
Charaktere
Die 17-jährige Sophie ist Amerikanerin und die Protagonistin dieses Buchs und wirklich sympatisch. Hier hat man wirklich gemerkt, dass es sich gleichzeitig um ein Jugendbuch handelt und da man die Mischung von authentischen Jugendbüchern und Science-Fiction-Romanen selten findet, bin ich umso begeisterter von dem Buch. Dann ist da noch der Franzose Jean, Sophies Tante Anna und ihre beste Freundin Beth. Außerdem gibt es noch ein paar ganz interessante Charaktere, die ich aber jetzt noch nicht erwähnen möchte, um euch nicht alles zu verraten.
Umsetzung
Die Umsetzung hat für mich wirklich gut zur Idee gepasst. Es war alles dabei, was man sich gewünscht hat: Teenagergeschichten, Geheimagenten, ein süßer Junge auf dem Schüleraustausch in Frankreich, Abendteuer, Rätsel, fiese Gegner.... Mir hat es Spaß gemacht, Coherent zu lesen, besonders weil ich das Thema auch wirklich spannend finde. Gut gefallen haben mir die kleinen Anspielungen auf aktuelle "Themen" wie zum Beispiel Game of Thrones oder den Film Lucy. Lediglich die eine "Auflösung", um die viel Wind gemacht wurde, war durch die paar Seiten davor doch irgendwie dann vorher zu sehen und kam nicht mehr überraschen. Außerdem haben mich zwei Kleinigkeiten immer wieder gestört (könnte ein bisschen spoilern, falls ihr es lesen wollt, markiert den Text): Ein (elektronischer) Chip ist kein Stück Plastik. Ja, er besteht auch aus Plastik, aber darauf kommt es nicht an. Denn würde ein Chip nur aus Plastik bestehen, würde er gar nicht funktionieren, weil Plastik keinen Strom leitet. Besser wäre es gewesen zu sagen, dass es ein Stück Technik ist. Außerdem lassen sich bei einem großflächigen Stromausfall keine SMS verschicken. Das ganze Handynetz funktioniert nicht mehr, weil die Basisstationen zum Teil ausfallen und die restlichen überlastet sind. Es ist einfach kein Durchkommen mehr.
Gestaltung
Die Gestaltung muss man wirklich loben, das Cover ist richtig schön geworden! Auch sind ein paar wenige Zeichnungen innen, die mir gut gefallen haben.
Bewertung
Ein tolles Jugendbuch genau nach meinem Geschmack, das man auch lesen kann ohne viel von Technik zu verstehen!
Meine Bewertung:
5/5 ♥♥♥

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar!