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Der Circle von Dave Eggers




Titel: Der Circle
Autoren: Dave Eggers

Seitenanzahl: 560
Erschienen: 14.08.2014
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Themen: Überwachung, Transparenz, Geheimnisse
Genre: Dystopie

gelesen: Juni 2017




Klappentext

Huxleys Schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …

Zitat

Meine Meinung

Thema
Dave Eggers beschreibt in seinem dystopischen Thriller eine Welt, von der wir nicht allzu weit entfernt sind. Der Circle ist ein riesiges Unternehmen, das sich die Vollendung zur Aufgabe gemacht hat. Teil dessen ist die vollständige Transparenz und totale Kontrolle. Alles wird aufgezeichnet, überwacht, kontrolliert, nichts wird gelöscht. Die 24-jährige Mae kann dank ihrer zwei Jahre älteren Freundin Annie einen Job beim Circle ergattern. Dort lernt sie nicht nur viele andere begeisterte Menschen, sondern auch eine neue Seite von sich selbst kennen. Beeindruckt hat mich die Idee hinter dem Circle und die Motivation für mehr Transparenz - alles wichtige Ziele wie die Verringerung von Kriminalität, Kindesentführungen, Partizipation an Wahlen. Ja, ich kann den Wunsch nach mehr Transparenz und mehr Kontrolle verstehen. Auf der anderen Seite wurde die Problematik von vollständiger Transparenz und dem Wegfall von Privatsphäre am Beispiel von Maes Familie und Freunden dargestellt, was das Buch besonders und wichtig macht und wodurch es sich in eine Reihe mit 1984 von George Orwells und Brave New World von Aldous Huxley stellen kann.
Umsetzung
Nichtsdestotrotz wurde die Umsetzung besonders gegen Ende des Romans immer schwächer. Beispielsweise konnte mich eine der größten Auflösungen nicht überraschen, habe ich sie doch schon das ganze Buch voraus geahnt. Ebenso konnte mich der "große Dialog" am Ende des zweiten Buchs (die Handlung ist in drei Teilbücher aufgeteilt) nicht überzeugen, denn Mae handelt auf einmal ganz anders als die Leser sie kennen gelernt haben. Dort erscheint sie auf einmal nicht mehr intelligent und selbstbewusst, sondern naiv und verblendet. Der Dialog wirkt unfertig und absolut nicht tiefgehend. Genauso ist das Ende - offen und alles andere als zufriedenstellend, da es so wirkt, als sei das Buch mitten in der Handlung abgebrochen worden. Ich habe wirklich die virtuelle Seite umgeblättert und den nächsten Absatz erwartet - stattdessen kam die Danksagung.
Meinung
Insgesamt eine tolle Idee, die viel Potential geboten hat, aber leider zu schwach von Dave Eggers umgesetzt wurde. Da mir der Roman trotzdem gefallen hat und bis zur Hälfte stark war, gibt es auch aufgrund der Aktualität des Themas trotzdem von mir eine Leseempfehlung. Den Circle sollte man auf jeden Fall gelesen haben.
Meine Bewertung:
3/5 ♥♥♥♥♥

Der Film

Der Film ist der eigentliche Grund, warum ich den Circle gelesen habe. Ich habe rein zufällig den Trailer für die Verfilmung des Buchs mit Emma Watson und Tom Hanks gesehen und war gleich von der Thematik angetan. Der Film erscheint am 14.09.2017. Leider verrät der Trailer schon einiges und wer das Buch kennt, wird viele Szenen wiedererkennen. Ich hoffe, dass der Film einiges besser macht als das Buch. Auf jeden Fall ist der Film nochmal eine zweite Chance für die Geschichte und das wichtige Thema.