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Das Haupt der Welt von Rebecca Gablé



Titel: Das Haupt der Welt
Autor: Rebecca Gablé

Reihe: Band 1 von ?
Seitenanzahl: 861
Erschienen: 04.10.2013
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Historischer Roman, Erwachsenenbuch

gelesen: Juni 2017

Die erste Klausur dieses Semesters ist geschafft und ich habe endlich einen kleinen Moment Zeit, um eine Rezension nachzuholen.



Klappentext

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist ...

Meine Meinung

Idee
Vor Kurzem ist Die Fremde Königin erschienen, die den zweiten Band dieser Reihe über Otto den Großen bildet. Bei meinem ersten Buch von Rebecca Gablé bin ich unbewusst mitten in eine Reihe eingestiegen. Obwohl sich ihre Bücher auch sehr gut mit einem Quereinstieg lesen lassen, wollte ich dieses Mal doch noch den ersten Band lesen, weil man dadurch viel mehr Hintergründe und Rückgriffe kennt. Ich hatte außerdem mal wieder Lust auf einen historischen Roman, obwohl ich zugeben muss, dass mir die Zeit um Otto den Großen kaum etwas sagt und mein letzter Geschichtsunterricht über dieses Thema schon etwas länger her ist - perfekt also, um sie mal wieder aufzufrischen! 
Umsetzung
Zu Beginn von Das Haupt der Welt lernt man Otto noch in jungen Jahren kennen. Er ist mit 16 Jahren mit seinem Vater König Heinrich I. auf einem Feldzug durch das Slawenland. Gleich zu Beginn lernt man dort Tugomir und seine wunderschöne Schwester Dragomira kennen. Tugomir ist der eigentliche Protagonist dieses Romans, den man wegen seiner Eigenheiten und seinem Sinn für Gerechtigkeit während der Geschichte zu schätzen lernt. Besonders gut gefallen hat mir wieder, dass man die Protagonisten über einen längeren Zeitraum begleitet. Rebecca Gablé versteht sich darauf, so ausführlich wie nötig und so wenig wie möglich zu erzählen. Genau so, dass es spannend bleibt. Die Seiten sind wie im Flug vergangen. Intrigen wechseln sich mit Festen und Schlachten auf dem Feld ab, sodass es nie langweilig wird.
Bewertung
Ein herausragender historischer Roman über die Zeit Otto des Großen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung! 
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥♥♥

Die Reihe

  1. Das Haupt der Welt
  2. Die Fremde Königin

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Outlander - Ferne Ufer (#3) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Ferne Ufer
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 3 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1232
Erschienen: 09.09.2016 (ursprünglich 1993)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: September/Oktober 2016 als Rezensionsexemplar


Achtung: Band 3 einer Reihe!


Auch der dritte Band ist nun in der Übersetzung von Barbara Schnell erschienen, ebenfalls ungekürzt. Die alte Übersetzung, die es nie geschafft hat, mich an die Geschichte von Claire und Jamie zu fesseln, war um 25% gekürzt, sehr zum Missfallen von Diana Gabaldon (siehe hier). Also habe ich geduldig auf die Neuerscheinung aus dem Knaur-Verlag gewartet und das Warten hat sich definitiv gelohnt!


Klappentext

20 Jahre lang hielt Claire ihre große Liebe Jamie Fraser für tot. Nun findet sie heraus, dass er die Schlacht von Culloden wider Erwarten überlebt hat. Unterstützt von ihrer [... ich finde der Klappentext spoilert viel zu sehr!] 




Zitat

S. 1182




Meine Meinung

Idee
Der dritte Band der Outlander-Saga unterscheidet sich deutlich von den beiden vorhergehenden. Wir wissen, dass Claire und Jamie voneinander durch die Schlacht von Culloden getrennt wurden - nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich, aber seitdem sind 20 Jahre vergangen. Nun erfährt man Stück für Stück was in diesen 20 Jahren passiert sind, welches Leben Claire in Boston geführt hat und wie es ihr, Brianna und Frank ergangen ist. Da sie aber jetzt wieder zurück in Schottland ist und Frank nicht mehr lebt, macht sie sich in den Überlieferungen der Vergangenheit auf die Suche nach Jamies Schicksal - basierend auf der Hoffnung, dass er Culloden überlebt hat, was wir als Überraschung am Ende des zweiten Bandes erfahren haben.
Gleichzeitig erfährt man das aus Jamies Sicht, was sehr erfrischend und wirklich spannend war. Durch ihn tritt auch eine neue wichtige Person in die Handlung, die uns lange begleiten wird und aus dessen Perspektive auch ein Teil der Handlung erzählt wird - Lord John Grey. Über ihn gibt es übrigens auch mehrere separate Romane von Diana Gabaldon.
Charaktere
Aber was wäre Outlander ohne seine restlichen Charaktere? Roger Wakefield ist wieder mit von der Patie - wäre er es nicht, hätte ich den sympathischen Sohn des verstorbenen Referend Wakefields vermisst. Auch Brianna ist natürlich wieder mit dabei, genauso wie Fergus, Jenny, Ian und einige alt bekannte Personen, mit denen es ein überraschendes Wiedersehen gibt, was mich sehr gefreut hat.
Umsetzung
"Man trifft sich immer zweimal im Leben" könnte man als das Motto dieses Buches bezeichnen. Wie der Titel Ferne Ufer vermuten lässt, verlässt die Autorin mit ihrer Geschichte Schottland und begibt sich in ganz neue Länder, was eine angenehme Abwechslung im Vergleich zu den ersten beiden Bänden ist und auf jeden Fall dafür sorgt, dass es interessant bleibt und dass man gerne weiter liest. Dafür sorgt aber auch die tolle Handlung, die sich wieder stark von denen der letzten Büchern unterscheidet. Sie ist nicht so politiklastig wie das Geschehen im zweiten Band und ist mit wirklich vielen überraschenden Wendungen und Gegebenheiten gespickt. Es hat mir besonders gut gefallen, wie die Handlungsstränge des gesamten Buches miteinander verwoben waren und man hat hier deutlich gemerkt, dass sich der Schreibstil der Autorin nochmals verbessert hat. Da denke ich zum Beispiel an die Szene mit dem Schädel, die man zuerst einfach für etwas Unbedeutendes hält, aber später noch einen Sinn bekommt. Das Lesen hat einfach nur Spaß gemacht und ich hatte wirklich nie das Gefühl, dass es sich zieht. Etwas gefehlt hat mir der Cliffhanger am Ende, den ich im letzten Band so toll fand.
Bewertung
Der dritte Band ist nochmal deutlich besser als der zweite Band, was mich wirklich überrascht hat, da dieser schon wirklich gut war. Wer die Outlander-Saga bis jetzt geliebt hat, wird auch den dritten Band auf jeden Fall lieben! Schade, dass wir auf die Neuauflage des vierten Bandes noch ein Jahr warten müssen, ich würde am liebsten direkt weiter lesen!
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Dem Bones

Das Lied, das Claire ein paar Mal während des Buches vor sich hin murmelt, heißt "Dem Bones". Kurz gesagt geht es in dem Lied um den Aufbau der Knochen, also welche Knochen mit welchen verbunden sind.


Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017), türkiser Einband
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 3. Staffel

Die Serie zum dritten Buch ist mittlerweile in Produktion und ich bin wirklich glücklich darüber, dass sie fortgesetzt wird - denn es wird auch eine 4. Staffel geben. Wer ein bisschen googelt, kann schon die Besetzung der neuen Charaktere sehen.


Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Outlander - Die geliehene Zeit (#2) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Die geliehene Zeit
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 2 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1232
Erschienen: 02.11.2015 (ursprünglich 1992)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Frankreich (Paris), Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: März/April 2016 als Rezensionsexemplar


Achtung: Band 2 einer Reihe!

Klappentext

Schottland, 1968: 20 Jahre nachdem Claire Randall aus der Vergangenheit zurückgekehrt ist, bringt sie ihre Tochter Brianna in die Highlands, denn Brianna soll endlich das Land ihres Vaters kennenlernen. Claire will außerdem die Antwort auf eine Frage finden, die sie seit über 20 Jahren quält: Konnte ihre große Liebe Jamie Fraser die schreckliche Schlacht von Culloden überleben?


Zitat

Kapitel 39 - Familienbande


Meine Meinung

Idee
Auch im zweiten Band der Outlander-Saga begleiten wir Claire und Jamie, aber dieses Mal nicht in Schottland, sondern zu Beginn in Paris. Bei diesem zweiten Band ist allerdings der Aufbau etwas ganz Besonderes, denn umfasst wird der Band von einem Rahmen, der 1968 spielt. Ich konnte mich bisher noch nicht entscheiden, ob ich das gut oder schlecht finden soll, denn so weiß man (leider), dass Claire durch die Steine zurück kommen wird. Und man weiß noch viel mehr, nämlich, dass sie und Jamie eine wunderschöne Tochter zusammen haben, aber dazu später.
Charaktere
In diesem Band kommen einige neue Charaktere hinzu. Zuerst einmal ist da Roger, der Sohn von Referend Wakefield, den man zwar schon aus dem ersten Band kennt, aber jetzt erst genauer kennen lernt. Der Referend ist im Jahr 1968 schon verstorben und Roger kümmert sich als sein "Sohn" um seinen Nachlass. Zu der Zeit reist Claire mit ihrer Tochter Brianna nach Inverness in Schottland, um Nachforschungen über Jamies Schicksal anzustellen und Brianna von ihrem richtigen Vater zu erzählen. Die hielt nämlich bis jetzt Frank für ihren Vater, der jedoch mittlerweile verstorben ist und so wird es Zeit für die Wahrheit. Während Claire sich also endlich jemandem anvertrauen muss, springt das Buch für den Großteil zurück in der Zeit und zwar dorthin, wo der erste Band aufgehört hat. Claire und Jamie haben sich auf den Weg nach Frankreich gemacht (wobei ursprünglich Rom geplant war), um die Rebellion durch den Prinzen Edward Stuart ("Bonnie Prince Charlie/Charles") unterstützt durch die Jakobiten aufzuhalten. Dabei lernt man natürlich auch Charles sowie den König Louis von Frankreich in Versailles kennen. Zu den bereits in Band 1 vorgestellten Personen kommen noch einige sehr interessante Charaktere. Wie zum Beispiel der Comte St. Germain, den die beiden Protagonisten sich zum neuen Feind machen. Außerdem ist da die schüchterne Mary Hawkins, die einem wirklich sehr ans Herz wächst. Master Raymond, Mutter Hildegard und viele weitere (die man jetzt auch noch nicht erwähnen sollte, um nicht zu spoilern). Nicht vergessen darf man den kleinen Fergus, einen französischen Jungen, der in einem Bordell in Paris aufgewachsen ist, denn er begeistert mich immer wieder.
Umsetzung
Der zweite Band ist ein förmliches Kontrastprogramm zum ersten Band, wenn nicht sogar vielfältiger. Im Rückblick hat mir der zweite Band sogar noch besser gefallen, weil er mit so viel Vielfalt überzeugen kann. Die Welt in Frankreich ist gekennzeichnet von königlichem Prunk, tollen Kleidern und vornehmen Abendessen, wohingegen die Welt Schottlands eher das einfache Leben widerspiegelt. Der zweite Band hatte auch deutlich mehr überraschende Wendungen, einen Cliffhanger und mindestens genauso viel Spannung, erotische Szenen und interessante Einblicke in die Gedankenwelt der Charaktere.
Das obrige Zitat habe ich übrigens gewählt, weil mich der Satz im Buch völlig unvorbereitet "getroffen" hat und ich so eine Aussage von Claire (!) niemals erwartet hätte.
Gestaltung
Passend zu der Neuauflage des ersten Bandes ist der zweite Band in einem schönen Orange. Die Innenseite der Einbände enthalten dieses Mal vorne eine kurze Vorstellung des Prinzen Charlie und hinten ein kleines Gälisch-Glossar, das wirklich sehr nützlich ist. Mehr Zusatzmaterial so wie beim ersten Band ist leider nicht vorhanden.
Bewertung
Wie auch beim ersten Band konnte mich Diana Gabaldon mit der Fortsetzung der Outlander-Saga restlos überzeugen! Ich würde zwar am liebsten sofort weiter lesen, allerdings erscheint die Neuübersetzung des dritten Bandes erst im Oktober und auf die möchte ich dann doch noch warten (einfach weil mir die Übersetzung von Barbara Schnell bisher viel besser gefallen hat). In der Zwischenzeit kann ich mir jeden Sonntag eine neue Folge der zweiten Staffel von Outlander anschauen, die gerade ausgestrahlt wird :D Weiter unten findet ihr noch mehr über die Serie. Klare Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer (neu am 04.10.2016)
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017)
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 2. Staffel



Wie lange habe ich darauf gewartet! Am Anfang des Jahres stand glaube ich noch nicht mal ein Datum fest und umso glücklicher bin ich, dass ich seit Anfang April die 2. Staffel schauen kann *-* Da es noch keine deutsche Synchronisation gibt, kann man die 2. Staffel bis jetzt nur auf Englisch schauen, wobei das mit Englischen Untertiteln für mich kein Problem war. Leider gibt es dieses Mal nur 10 Episoden statt 16 Episoden wie in der ersten Staffel. Dadurch muss natürlich einiges gekürzt werden. Also: Auf jeden Fall das Buch lesen!
In der Serie sind so viele Dinge so richtig gut gelungen. Besonders Murtagh wird immer sympathischer, Mary Hawkins wurde wirklich gut besetzt und es macht Spaß, die Umsetzung des Buches direkt zu sehen :)

Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Outlander - Feuer und Stein (#1) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Feuer und Stein
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 1 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1136
Erschienen: 04.05.2015 (ursprünglich 1991)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: Februar/März 2016 als Rezensionsexemplar


Klappentext

Schottland 1946: Die englische Krankenschwester Claire Randall ist in den zweiten Flitterwochen, als sie neugierig einen alten Steinkreis betritt und darin auf einmal ohnmächtig wird. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Jahr 1743 – und ist von jetzt auf gleich eine Fremde...

Ihr wisst ja, dass ich mich oft über Klappentexte beschwere, weil sie viel zu viel verraten. Aber bei diesem Klappentext muss ich ein großes Lob aussprechen! Er verrät nicht zu viel und doch genug, um neugierig zu machen.



Ungekürzte Neuübersetzung?

Gleich zwei Worte, die mein Herz höher schlagen lassen! Die Geschichte von Diana Gabaldon ist ursprünglich 1991 in New York unter dem Titel Outlander erschienen. Hier in Deutschland ist sie dann als Highland-Saga im Blanvalet-Verlag erschienen. Wie man auf den ersten Seiten der Neuübersetzung erfährt, wurden die ersten drei Bände von einem Übersetzerteam statt von einem einzelnen Übersetzer übersetzt. Dabei wurden Teile gekürzt. Auf Amazon habe ich gesehen, dass das alte Taschenbuch 800 Seiten hat, im Vergleich zu 1136 Seiten also ein deutlicher Unterschied (und das liegt nicht an der Schriftgröße oder an dem Bonusmaterial!). Nachdem ich die Serie rein zufällig im Fernsehen gesehen hatte, wollte ich natürlich unbedingt das Buch lesen. Das war letztes Jahr im Juni. Damals war mir aber nicht bewusst, dass das neue Taschenbuch auch eine ungekürzte Neuübersetzung ist und so habe ich erstmal zu der alten Übersetzung gegriffen. Leider hatte ich nach 200 Seiten keine Lust mehr weiter zu lesen, weil die alte Übersetzung meiner Meinung nach teils zwanghaft und platt gewirkt hat. Auch sprachlich war es nicht so ganz meins, was aber nicht damit zusammen hing, dass es ein historischer Roman ist, sondern an der Art, wie es übersetzt wurde. Deshalb war ich umso glücklicher, jetzt die Neuübersetzung von Barbara Schnell lesen zu können.  Barbara Schnell ist die eigentliche Hauptübersetzerin der Outlander-Reihe, die bereits die alten Bände ab dem vierten Band übersetzt hat. Die ersten drei Bände hat sie nun neu übersetzt, sodass man jetzt die gesamte deutsche Reihe von einer Übersetzerin lesen kann. Wer selbst die neue mit der alten Übersetzung vergleichen möchte, kann das anhand der Leseproben neu (auf "im Buch blättern" klicken) & alt (auf das Cover klicken) tun.


1945 oder 1946?

In der Neuübersetzung steht Inverness 1946, während es bei der alten Übersetzung 1945 war. Also habe ich ein bisschen recherchiert und den Grund für die Änderung erfahren: Ein Logikfehler im alten Buch, der auf Wunsch von Diana Gabaldon geändert wurde. Den hatte nämlich ein schottischer Historiker bemerkt. Wie ihr vielleicht wisst, spielt das Buch nach dem zweiten Weltkrieg. Dieser war zum erst am 08. Mai 1945 zu Ende. Nachdem Claire mit ihrem Mann nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in die Flitterwochen fährt, vergeht einige Zeit bis sie auf dem Craig na Dun das Fest Beltane beobachten, das aber in der Nacht auf den 1. Mai gefeiert wird. Sie hätten also frühstens 1946 das Fest nach dem zweiten Weltkrieg sehen können. Zudem ist zu der Zeit, die im Buch beschrieben hat, die Rationierung bereits vorbei, was für 1945 noch nicht realistisch war. Wer noch mehr über Fehlerverbesserungen und Anmerkungen erfahren möchte, dem kann ich das Begleitbuch Der magische Steinkreis von Diana Gabaldon empfehlen.

Der Steinkreis aus der Serie

Erster Satz


Meine Meinung

Idee
Claire ist 1946 mit ihrem Mann Frank nach dem Ende des 2. Weltkriegs in den zweiten "Flitterwochen", um wieder zueinander zu finden. Claire interessiert sich besonders für Kräuterkunde, was ihr zusammen mit ihrer Erfahrung als Krankenschwester später noch helfen wird. Als sie eines Tages am Steinkreis auf dem Hügel Craig na dun unterwegs ist, berührt sie einen Stein des Kreises und reist ungewollt 200 Jahre in die Vergangenheit, nämlich in das Jahr 1743. Dort trifft sie auf die Schotten des McKenzie-Clans und muss sich als Sassenach ("Fremde/Engländerin" - "Outlander") in einer völlig anderen Zeit, in der die Clans gegen die Besetzung der Engländer kämpfen, behaupten. Dabei hilft ihr besonders ihr Wissen über die Heilkraft der Kräuter.
Charaktere
Die Protagonisten dieses Buches sind die siebenunzwanzig Jahre alte Claire (geb. 20. Oktober 1918) und der zweiundzwanzig Jahre alte Jamie (geb. 1. Mai 1721). Jamie ist Schotte und lebt zum Zeitpunkt des Buches bei den McKenzies. Frank Randall ist Claires Ehemann im 20. Jahrhundert und interessiert sich besonders für Ahnenforschung. Während des Urlaubs in Schottland beschäftigt er sich intensiv mit seinen Vorfahren dort und wird insbesondere auf Jonathan Randall ("Black Jack"), der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Gegend als Soldat stationiert war und Jamie überhaupt nicht gut gesonnen ist.
Umsetzung
Als historischer Roman ist Outlander auf jeden Fall gelungen, da er Geschichte mit Fiktion verknüpft und so historische Ereignisse lebendig macht. Das ist viel besser als Geschichtsunterricht! Ich habe bisher nicht viel über Schottland und seine Geschichte gewusst, erst recht nichts über Bonnie Prince Charlie und seine Invasion in den Highlands 1745. Diese spielt auch eine Rolle, genauso wie die verheerende Schlacht bei Culloden 1746 in der Nähe von Inverness. Der historische Rahmen ist allerdings im ersten Band nur eine Nebensache. Im Mittelpunkt steht die Kultur der Clans der Highlands in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dabei geht es von Kilts, über Bräuche, Aberglauben bis hin zu Hexenverbrennungen - alles ist mit dabei und genau das hat mir an Outlander gefallen: Es ist vielfältig. Auf über tausend Seiten werden die verschiedensten Aspekte der schottischen Kultur und des Konflikts mit den Engländern verdeutlicht. Nebenbei lernt man zwei wundervolle Protagonisten kennen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Da die Liebesgeschichte das Buch aber trotzdem beherrscht, wird es wohl eher ein Roman für die weblichen Leser sein. Die nicht allzu seltenen erotischen Szenen sind größtenteils wirklich romantisch beschrieben und können auf manche Leser langatmig wirken - oder eben auch nicht.
Neugestaltung
Die neue Gestaltung ist wirklich gut gelungen. Ganz besonders die neuen Cover haben es mir angetan, da sie einerseits der absolute Hingucker sind und man so sofort die Zusammengehörigkeit der Reihe erkennt. Im Regal sehen sie super zusammen aus! Das Muster des Einbandes ist aufgeprägt, was auch nochmal ein tolles Extra ist. Das Genialste ist aber die Bindung, da sie so gemacht ist, dass das Taschenbuch keine Leserillen (!!!) bekommt, auch wenn man es komplett ausgeklappt auf den Tisch legt. Ist das nicht toll? Sonst lese ich Bücher immer super vorsichtig, damit sie später im Regal noch gut aussehen und Outlander kann ich einfach ganz entspannt lesen. Die Bindetechnik sollte überall verwendet werden!
Bewertung
Aber nun zum Fazit: Zeitreise, Schottland, Abenteuer & Liebesgeschichte. Wenn euch das zusagt, müsst ihr das Buch einfach lesen, denn mittlerweile ist es Kult und bei einer so riesigen Fan-Gemeinde, die die Reihe hat, muss es einfach gut sein. Absolute Leseempfehlung! Und danach unbedingt die Serie ansehen ;)
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer (neu am 02.10.2016)
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017)
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 1. Staffel

Die erste Staffel, die ungefähr das erste Buch umfasst, wurde erstmals in den USA im August 2014 auf Starz ausgestrahlt und umfasst 16 Episoden. Erst durch die Serie bin ich auf die Reihe aufmerksam geworden, weil sie Anfang 2015 auch hier in Deutschland ausgestrahlt wurde. Caitriona Balfe ist in der Hauptrolle als Claire und Sam Heughan spielt Jamie. Die Besetzung ist absolut gelungen! In genau einer Woche geht es dann auch in den USA mit der zweiten Staffel los, auf die ich mich riesig freue.



Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Der Palast der Meere | Rebecca Gablé

Der Palast der Meere


Titel: Der Palast der Meere - Ein Waringham-Roman
Autorin: Rebecca Gablé

Seitenanzahl: 957
Erscheinungsdatum: 10.09.2015
Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Historischer Roman, Erwachsenenbuch
Themen: England, Potestantismus, Papismus, Hof, Königin, Spion, Seefahrt, Neue Welt, Piraterie, Sklaverei
Leseprobe

gelesen: Oktober/November 2015 als Rezensionsexemplar (gebunden)





Klappentext

London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt – und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt ...




Lieblingszitat

S. 729

Meine Meinung

Idee
Der Palast der Meere spielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in England und der Neuen Welt. Es ist ein historischer Roman über königliche Intrigen, das mittelalterliche Leben und die Seefahrt samt Schlachten in der Neuen Welt, Piraterie und Sklaverei. Außerdem geht es um den Konflikt zwischen Protestanten und Papisten zu der damaligen Zeit, wobei hier weniger die eigentlichen Religionen, sondern eher die Politik dahinter im Vordergrund stehen.
Charaktere
Isaac ist zu Beginn des Geschehens 15 Jahre alt und hat alles andere als den Wunsch seines Onkels im Sinn. Als er Verantwortung für seine Familie, die Waringhams, übernehmen soll, wie es seine Pflicht ist, schleicht er sich als blinder Passagier auf John Hawkins Schiff, das in den Süden segelt. Er erreicht das, was er wollte, nämlich die Welt zu sehen, allerdings anders, als er sich es vorgestellt hat.
Derweil ist seine große Schwester Eleanor bei Hofe das Auge der Königin Elizabeth und damit als Spionin für sie tätig. Das Verhältnis zwischen Isaac und Eleanor ist eher angespannt. Eleanor verliebt sich in Gabriel, den König der Diebe. Dieser ist Anführer der Dunklen Bruderschaft, die eine Diebesgilde in London ist. Hinzu kommen noch viele weitere Figuren, die alle den unterschiedlichsten Schichten angehören, wodurch das Buch lebendig wird.
Umsetzung
Das Buch gliedert sich in vier große Teile, die jeweils ein paar Jahre behandeln, aber einen zeitlichen Abstand von mehreren Jahren bis Jahrzehnten haben. Es beginnt im März 1560 und verfolgt die Figuren bis ins Jahr 1588. Durch die großen Zeitsprünge bleibt es spannend, da immer wieder Neues in der Zwischenzeit passiert, dass man durch Erzählungen im Rückblick erfährt. Durch die verschiedenen Hauptfiguren, die verschieden alt und meistens nicht am gleichen Ort sind, bleibt das Buch abwechslungsreich. So erlebt man einerseits das Geschehen am Hofe, andererseits auch das Geschehen auf der See (und an anderen dunklen Orten). Dadurch, dass Gabriel der König der Diebe ist und die Dunkle Bruderschaft leitet, erhält das ganze noch einen zusätzlichen geheimnisvollen und interessanten Handlungsstrang. Mit fast tausend Seiten hat man so ein langes und unterhaltsames Lesevergnügen. Während dem Lesen sind mir die Figuren wirklich ans Herz gewachsen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. An einer Stelle hat mich eine Szene ganz besonders berührt, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Außerdem ist das Buch wirklich gut recherchiert und wer mich kennt, wird wissen, dass ich sowas liebe!
Schreibstil
Die Handlungen werden im personalen Erzählstil im Wechsel hauptsächlich aus Isaacs und Eleanors Sicht in der Vergangenheit erzählt. Ab und zu finden sich auch vereinzelte Kapitel aus der Sicht anderer Figuren, aber das kommt selten vor. Der Schreibstil war angenehm und ich hatte keine Probleme damit, längere Zeit am Stück oder mehrere Hundert Seiten am Tag zu lesen. Durch die Zeitsprünge bleibt das ganze Geschehen spannend, weshalb es keine Längen gibt.
Gestaltung
Das Buch ist liebevoll gestaltet und das Cover passt gut zur Geschichte. Es sind vier Innenillustrationen von Jürgen Speh sowie eine Karte der Neuen und Alten Welt im vorderen Deckel und eine Karte von England im hinteren Deckel enthalten, die ich nicht nur passend zu den Geschehnissen sind, sondern auch einen guten Überblick über die Handlungsorte verschaffen. Ein paar Orte habe ich leider vergeblich gesucht, aber insgesamt war es nicht schlimm. Hilfreich war außerdem die Übersicht der wichtigsten Personen am Anfang, bei der man zwischendurch immer mal wieder nachschauen konnte. Schön ist auch, dass es ein achtseitiges Nachwort gibt, in dem die Parallelen zur Realität aufgezeigt werden und eine Abgrenzung zur Fiktion vorgenommen wird - was ist Wirklichkeit und was Phantasie? Was ist wahr und was hinzu erfunden?
Bewertung
An diesem wundervollen historischen Roman ist nichts auszusetzen! Ich hoffe inständig, dass es eine Fortsetzung gibt, am liebsten mit Anne (die man später im Buch kennen lernt) als Protagonistin.
Meine Bewertung:
5/5 ♥♥♥♥♥

Zum Schluss sollte noch erwähnt werden, dass es sich bei Der Palast der Meere um den 5. Band der Waringham-Saga handelt, dessen erster Band 1997 erschienen ist. Ich habe die vorhergehenden Bände nicht gelesen, allerdings war das kein Problem, da Vergangenes erklärend erwähnt wird.



Illustrationen von Jürgen Speh

Vielen Dank an Bastei Lübbe über BdB für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Runa | Vera Buck

Runa


Titel: Runa
Autorin: Vera Buck

Reihe:  -
Seitenanzahl: 608
Erscheinungsdatum: 24.08.2015
Verlag: Limes Verlag

Genre: Historischer Roman, Medizinthriller, Erwachsenenbuch
Themen: Wahn, Geisteskrankheit, Psychiatrie, Paris
Leseprobe

gelesen: Oktober 2015 als Rezensionsexemplar (gebunden)






Runa ist der Debütroman von Vera Buck, einer jungen Autorin, die Scriptwriting studiert hat. Angesprochen hat mich bei diesem Buch nicht nur das Cover, sondern auch das ungewöhnliche Thema.



Klappentext

"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …


Lieblingszitat

S. 144/145

Meine Meinung

Idee
Runa spielt im Jahre 1884 in Paris und beschreibt die Geschehnisse weniger Monate mit einigen Rückblicken in die Vergangenheit. Es ist eine Geschichte über die Anfänge der Psychatrie und den schrecklichen Zuständen von damals. Es ist ein Buch über die Moral von Wissenschaft und Medizin und dabei erschreckend genau. Es ist nicht nur ein Medizinthriller, sondern ein Buch zum Gruseln, das eine gute Mischung zwischen gut recherchierten historischen Ereignissen und Personen und Fiktion darstellt.
Charaktere
Das Buch handelt von mehreren Personen, hauptsächlich jedoch von Johann Richard Hell, kurz Jori, einem Medizinstudenten aus der Schweiz, der in Paris an der Salpêtrière, einer Klinik für hysterische Frauen, seinen Doktor machen möchte. Die Klinik wird von dem berühmten Dr. Charcot geleitet, einem Neurologe, der von Jori zu Beginn angehimmelt wird. In seiner berühmten Dienstagsvorlesung stellt dieser Doktor hysterische Patientinnen zur schau und präsentiert sie wie Zirkusattraktionen der Öffentlichkeit. Joris Freund Paul aus der Schweiz besucht ihn gegen Beginn der Geschichte in Paris. Paul hat eine ältere Schwester, Pauline, die es Jori angetan hat.

Runa ist ein kleines, junges Mädchen, das der Inhalt von Joris Doktorarbeit werden soll. Denn er wagt den Versuch, als erster den Wahnsinn einer Patientin aus deren Gehirn zu schneiden. In einer riskanten Operation möchte er das Mädchen heilen.

Zudem lernt man Monsieur Lecoq kennen, der der Meinung ist, Menschen alleine an ihrem Äußeren anzusehen, ob sie Verbrecher sind oder nicht. Und Jori sieht seiner Meinung nach wie ein Verbrecher aus.

Außerdem gibt es weitere Figuren, wie z.B. den fünfzehnjährigen Maxime und den zehnjährigen Frédéric mit seiner siebenjährigen Schwester Isabelle, die alle früher oder später im Buch Joris Geschichte kreuzen.
Schreibstil
Der Schreibstil ist schön und liest sich angenehm flüssig. Verschiedene Abschnitte werden in verschiedenen Perspektiven erzählt, teils im personalen Erzählstil und teils aus der Ego-Perspektive, was eine schöne Mischung war. Das Buch gliedert sich in Epilog, sechs große Teile und Epilog. Dabei sind die Teile mit interessanten Zitaten von Wissenschaftlern überschrieben. Richtige Kapitel existieren nicht, allerdings sind die vielen Perspektivwechsel duch ein kleines Zeichen zwischen den Absätzen gut sichtbar getrennt. Dabei wird zwischen dem aktuellen Geschehen und Rückblicken gewechselt. Besonders gut haben mir die Einstreuungen verschiedener historischer Ereignisse gefallen, die vielleicht nicht von großer Bedeutung sind, aber das ganze einfach echter machen und einen schmunzeln lassen. So zum Beispiel: "Jori hätte Schokolade mitbringen sollen. Es gab da eine neue von einem Apothekerssohn aus Bern, irgendeinem Herrn Lundt oder Lindt. Schokolade hätte ihr gefallen." (S. 256) Wusstet ihr, dass Rodolphe Lindt wirklich der Sohn eines Apothekersohns in Bern war und genau in der Zeit, in der das Buch spielt, seine erste Schokolade hergestellt hat?
Gestaltung
Das Cover gefällt mir außerordentlich gut und hat auch mein Interesse geweckt. Ich finde es passend zur Thematik und genau richtig gewählt. Etwas störend ist vielleicht der Titel, denn ich habe auf den ersten Blick nicht gewusst, wie das Buch heißt. Andererseits passt es auch zu Runa, die alles andere als normal ist Die Qualität des gebundenen Buches hat mir sehr gut gefallen. Schön ist, dass es ein extra Lesebändchen gib. Zudem ist die Schrift angenehm zu lesen und von der Größe genau richtig.
Bewertung
Runa ist ein Buch für Fans von gut recherchierten historischen Medizinromanen mit gruseligen Elementen. Im Anhang finden sich sogar die verwendeten wissenschaftlichen Quellen. Ich liebe es einfach, wenn sich Autoren die Mühe geben, nicht nur ein stilistisch gutes Buch zu schreiben, sondern auch die Geschehnisse realistisch und gut recherchiert darstellen. So wird Geschichte lebendig und fühlbar. Die ersten hundertsechzig Seiten haben mich leider nicht richtig gefesselt. Sie waren interessant zu lesen und eine gute Einführung in die Charaktere, aber richtig spannend und fesselnd wurde es ab der Hälfte. Unerwartete Wendungen und die "Auflösung" der schaurigen Hintergründe aller Geschehnisse haben mich das Buch gestern nicht aus der Hand legen lassen und so habe ich die Hälfte von Runa an einem Tag gelesen.
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥♥

Für Interessierte gibt es auf Youtube noch ein Interview mit Vera Buck über Runa.


Vielen Dank an den Limes-Verlag für das Rezensionsexemplar!