Willkommen in Night Vale von Joseph Fink & Jeffrey Cranor [Abgebrochen]

by - Samstag, April 16, 2016




Titel: Willkommen in Night Vale
Autor: Joseph Fink & Jeffrey Cranor

Seitenanzahl: 378
Erschienen: Frühjahr 2016
Verlag: Klett-Cotta
Übersetzung: Wieland Freund und Andrea Wandel

Genre: Erwachsenenbuch, Fantasy

gelesen: März/April 2016 als Rezensionsexemplar





Klappentext

»Das Schicksal ist schlimmer als der Tod. Das waren die Gesundheitsnachrichten.«
Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut. Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat ...


Meine Meinung

Umsetzung
"Willkommen in Night Vale" ist ein Buch, das ich aufgrund der vielen positiven Rezensionen der Original-Version lesen wollte. Auch der Klappentext klang vielversprechend und die Tatsache, dass das Buch auf einer Reihe von Podcasts basiert, die schon viele Fans gefunden hat, hat mich ermutigt, es mir anzusehen. Überrascht wurde ich durch eine einerseits kreative Schreibweise, aber andererseits auch durch einen scheinbar völlig wahllosen Handlungsstrang. Mit der Zeit wird leider auch der Schreibstil anstrengend und einen roten Faden, der den Leser durch die Geschichte leitet, kann ich leider nur vergebens suchen. Ich schätze es, wenn Fantasy-Romane zwar eine kreative, eigene Welt erfinden, aber gleichzeitig auch logisch sind, das ist hier nicht der Fall. Der Leser wird zwar in die skurrile Welt von Night Vale eingeführt, allerdings fehlt es an einem richtigen Plot, der einen Roman ausmacht.
Gleichzeitig hat mich die versteckte Gesellschaftskritik verbunden mit kafkaesken Beschreibungen beeindruckt. Wenn man wollte, könnte man hier viel analysieren und interpretieren. Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht fesseln, weshalb ich es letztendlich abbrechen musste. An der Stelle wäre es wirklich besser gewesen, eine Sammlung von Kurzgeschichten aus den ganzen gesellschaftskritischen Ideen zu machen.
Love it or hate it.
Natürlich habe ich auch die Bloggerwelt zu dem Buch beobachten. Das macht man ja automatisch, wenn man auch gerade ein Buch liest. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei diesem Buch die Meinungen extrem auseinander gehen - die eine Seite lobt das Buch aufs Äußerste, die andere kann, so wie, ich mit Willkommen in Night Vale leider nichts anfangen. Da Leseeindrücke immer subjektiv sind, könnt ihr dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben, wenn euch das Fehlen eines wirklichen Handlungsstrangs nicht stört und ihr skurrile Ideen oder Inspiration sucht!
Gestaltung
Die Gestaltung des Buches ist absolut gelungen. Das kreative Gesamtkonzept, das Cover und die Gestaltung des Einbandes passen wunderbar zusammen.
Bewertung
Ein skurriles Buch, das vergeblich versucht, aus einer erfolgreichen Podcast-Reihe einen Roman zu zaubern und dabei leider in verrückten Beschreibungen ohne richtige Handlung hängen bleibt. Leider von meiner Seite keine Empfehlung!
Meine Bewertung:
1/5 ♥♥♥♥


Vielen Dank an BdB und Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar!

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2 Kommentare

  1. Hallo Sanja,
    ich habe erst vor Kurzem von dem Buch gehört und mich dann mal ein bisschen drüber schlau gemacht, aber wie du hier ja schon schreibst, wird das Buch entweder geliebt oder gehasst. Ich bin jedenfalls neugierig geworden und würde das Buch trotz der teilweise doch recht schlechten Kritik noch gerne lesen.
    Aber manchmal klappt es mit dem Medium nicht. Nur, weil etwas als Podcast erfolgreich war (wie in diesem Falle), muss es noch lange nicht als Roman funktionieren. Lesen würde ich es trotzdem irgendwann :)
    Liebe Grüße, KQ

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    1. Hey!
      Wären es Kurzgeschichten gewesen, die jede für sich eins dieser Themen auf eine skurrile Weise behandelt, hätte es wahrscheinlich auch viel mehr Erfolg gehabt. Dann hätte man auch nicht nach einem größeren Sinn oder einem roten Faden Ausschau halten müssen :)

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