Rezension || Der Palast der Meere | Rebecca Gablé

Der Palast der Meere


Titel: Der Palast der Meere - Ein Waringham-Roman
Autorin: Rebecca Gablé

Seitenanzahl: 957
Erscheinungsdatum: 10.09.2015
Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Historischer Roman, Erwachsenenbuch
Themen: England, Potestantismus, Papismus, Hof, Königin, Spion, Seefahrt, Neue Welt, Piraterie, Sklaverei
Leseprobe

gelesen: Oktober/November 2015 als Rezensionsexemplar (gebunden)





Klappentext

London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt – und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt ...




Lieblingszitat

S. 729

Meine Meinung

Idee
Der Palast der Meere spielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in England und der Neuen Welt. Es ist ein historischer Roman über königliche Intrigen, das mittelalterliche Leben und die Seefahrt samt Schlachten in der Neuen Welt, Piraterie und Sklaverei. Außerdem geht es um den Konflikt zwischen Protestanten und Papisten zu der damaligen Zeit, wobei hier weniger die eigentlichen Religionen, sondern eher die Politik dahinter im Vordergrund stehen.
Charaktere
Isaac ist zu Beginn des Geschehens 15 Jahre alt und hat alles andere als den Wunsch seines Onkels im Sinn. Als er Verantwortung für seine Familie, die Waringhams, übernehmen soll, wie es seine Pflicht ist, schleicht er sich als blinder Passagier auf John Hawkins Schiff, das in den Süden segelt. Er erreicht das, was er wollte, nämlich die Welt zu sehen, allerdings anders, als er sich es vorgestellt hat.
Derweil ist seine große Schwester Eleanor bei Hofe das Auge der Königin Elizabeth und damit als Spionin für sie tätig. Das Verhältnis zwischen Isaac und Eleanor ist eher angespannt. Eleanor verliebt sich in Gabriel, den König der Diebe. Dieser ist Anführer der Dunklen Bruderschaft, die eine Diebesgilde in London ist. Hinzu kommen noch viele weitere Figuren, die alle den unterschiedlichsten Schichten angehören, wodurch das Buch lebendig wird.
Umsetzung
Das Buch gliedert sich in vier große Teile, die jeweils ein paar Jahre behandeln, aber einen zeitlichen Abstand von mehreren Jahren bis Jahrzehnten haben. Es beginnt im März 1560 und verfolgt die Figuren bis ins Jahr 1588. Durch die großen Zeitsprünge bleibt es spannend, da immer wieder Neues in der Zwischenzeit passiert, dass man durch Erzählungen im Rückblick erfährt. Durch die verschiedenen Hauptfiguren, die verschieden alt und meistens nicht am gleichen Ort sind, bleibt das Buch abwechslungsreich. So erlebt man einerseits das Geschehen am Hofe, andererseits auch das Geschehen auf der See (und an anderen dunklen Orten). Dadurch, dass Gabriel der König der Diebe ist und die Dunkle Bruderschaft leitet, erhält das ganze noch einen zusätzlichen geheimnisvollen und interessanten Handlungsstrang. Mit fast tausend Seiten hat man so ein langes und unterhaltsames Lesevergnügen. Während dem Lesen sind mir die Figuren wirklich ans Herz gewachsen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. An einer Stelle hat mich eine Szene ganz besonders berührt, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Außerdem ist das Buch wirklich gut recherchiert und wer mich kennt, wird wissen, dass ich sowas liebe!
Schreibstil
Die Handlungen werden im personalen Erzählstil im Wechsel hauptsächlich aus Isaacs und Eleanors Sicht in der Vergangenheit erzählt. Ab und zu finden sich auch vereinzelte Kapitel aus der Sicht anderer Figuren, aber das kommt selten vor. Der Schreibstil war angenehm und ich hatte keine Probleme damit, längere Zeit am Stück oder mehrere Hundert Seiten am Tag zu lesen. Durch die Zeitsprünge bleibt das ganze Geschehen spannend, weshalb es keine Längen gibt.
Gestaltung
Das Buch ist liebevoll gestaltet und das Cover passt gut zur Geschichte. Es sind vier Innenillustrationen von Jürgen Speh sowie eine Karte der Neuen und Alten Welt im vorderen Deckel und eine Karte von England im hinteren Deckel enthalten, die ich nicht nur passend zu den Geschehnissen sind, sondern auch einen guten Überblick über die Handlungsorte verschaffen. Ein paar Orte habe ich leider vergeblich gesucht, aber insgesamt war es nicht schlimm. Hilfreich war außerdem die Übersicht der wichtigsten Personen am Anfang, bei der man zwischendurch immer mal wieder nachschauen konnte. Schön ist auch, dass es ein achtseitiges Nachwort gibt, in dem die Parallelen zur Realität aufgezeigt werden und eine Abgrenzung zur Fiktion vorgenommen wird - was ist Wirklichkeit und was Phantasie? Was ist wahr und was hinzu erfunden?
Bewertung
An diesem wundervollen historischen Roman ist nichts auszusetzen! Ich hoffe inständig, dass es eine Fortsetzung gibt, am liebsten mit Anne (die man später im Buch kennen lernt) als Protagonistin.
Meine Bewertung:
5/5 ♥♥♥♥♥

Zum Schluss sollte noch erwähnt werden, dass es sich bei Der Palast der Meere um den 5. Band der Waringham-Saga handelt, dessen erster Band 1997 erschienen ist. Ich habe die vorhergehenden Bände nicht gelesen, allerdings war das kein Problem, da Vergangenes erklärend erwähnt wird.



Illustrationen von Jürgen Speh

Vielen Dank an Bastei Lübbe über BdB für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Ich liebe die Waringhamromane! Dieses Buch fehlt mir noch, da muss ich demnächst unbedingt zuschlagen! Ich freue mich, dass es dir gefallen hat und bin selbst schon ganz gespannt :)

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